"Hier kommt Schnubbel"






Mein Name ist Schnubbel und ich bin ein Reh, anders als die meisten meiner Artgenossen wuchs ich nicht im Wald auf sondern im Garten einer Menschensiedlung. Mein Ziehvater fand mich im Wald, wo mich meine Mutter an einer geschützten Stelle zurückgelassen hatte. Nachdem ich dort sehr lange lag, war es klar, dass sie nicht zurückkommen würde, entweder sie war überfahren worden oder sie nahm mich nicht mehr an, weil mich ein neugieriger Mensch berührt oder ein freilaufender Hund abgeschleckt hatte.

Nun war ich auf Hilfe angewiesen, denn ein Kitz aufzuziehen ist nicht so einfach, wie sich das mancher vorstellt. Es muss ein Unterschlupf im Freien her, offen und doch windgeschützt an einer schattigen Stelle, unzugänglich für Wildtiere, denen ich schutzlos ausgeliefert wäre. Auch Hauskatzen und Hunde können aus Spieltrieb oder Eifersucht gefährlich sein.

Eine wahre Herausforderung ist meine Ernährung, da kommt Ziegenmilch der Milch meiner Mutter am nächsten, aber auch aus der Flasche trinken muss ich erst noch lernen. In der ersten Zeit benötige ich meine Milch alle zwei Stunden Tag und Nacht, das ist sehr anstrengend für meinen Pflegevater, denn er hat ja auch noch einen Beruf und benötigt etwas Schlaf. Seine Tätigkeit führt ihn viel in die Natur und den Wald, damit beschäftigt er sich auch privat und ist ein überzeugter Naturschützer. Ich war nicht das erste Kitz, welches er aufzog, dennoch machte mein ungeplanter Auftritt einige Probleme.

Ein eilig zusammengebauter Pavillion überstand nur einen Tag, ein zweiter hielt den stürmischen Winden ebenfalls nicht dauerhaft stand, so wurde schließlich ein Gartenhaus aus Holz für mich gebaut. Dort hatte ich mein Lager auf einem Liegestuhl, denn wenn meine Tiefschlafphasen auch nur wenige Minuten andauern, so liebe ich es doch ein kuscheliges weiches Nest zum Ausruhen zu haben.

Der Garten wurde nach giftigen Zierpflanzen durchforstet, sie mussten alle mit der Wurzel entfernt werden, ebenso alles Gehölz mit Dornen, welches Verletzungen verursachen konnte. Selbst der Rasen barg Gefahren, denn dort wuchs das giftige Jakobskreuzkraut.

Auch meine Ernährung war sehr aufwändig als ich etwas älter war, denn Rehe sind Feinschmecker. Neben diversen Kräutern, Flechten, Blättern und Früchten aus Wald und Feld liebte ich es auch die Blüten von Stiefmütterchen und Rosen abzunagen, diese wurden gleich kistenweise für mich gekauft. Auch Leckerbissen wie Edelkastanien, Walnüsse und Eicheln wurden gleich in größeren Mengen eingekauft oder im Internet ersteigert, wer hat schließlich 10 Kilo Eicheln in der Ecke stehen.

Natürlich war ich auch mal krank und musste zum Tierarzt, auch der beste Pfleger kann die Mutter nicht ersetzen, das Abschlecken ist liebevolle Zuwendung und Massage zugleich, auch ist die Milch anders zusammengesetzt. Deshalb hatte ich auch manchmal Durchfall, der gefährlich und sogar lebensbedrohlich werden kann, wenn man nicht sofort etwas dagegen unternimmt. So gut versorgt entwickelte ich mich prächtig und wurde sehr zahm und verschmust, folgte meinem Retter auf Schritt und Tritt und dankte ihm durch meine Anhänglichkeit seine Fürsorge und die durchwachten Nächte. Wir unternahmen sehr lange Spaziergänge über die Wiesen bis zum Wald, welche das Auswildern erleichtern sollten.

Damit ich nicht zu zutraulich zu Fremden wurde kam ich hinter ein Gatter wenn Besuch angemeldet war, schließlich sollte ich wieder ausgewildert werden und später nicht dem falschen Menschen in die Hände fallen. In vielerlei Hinsicht entwickelte ich ähnliche Ängste wie ein Haushund, hatte Panik bei Gewitter, Feuerwerk und dem Fluglärm eines in der Nähe stationierten Rettungshubschraubers. Dann suchte ich stets die schützende Nähe von meinem Pfleger, wir beide hatten eine ganz besonders enge Beziehung zueinander.

Als das mit dem Auswildern beim ersten Versuch fehlschlug, waren wir gar nicht so traurig, so konnten wir noch ein wenig länger beisammen bleiben. Auch wenn ich später wieder im Wald lebe, werde ich ihn besuchen, was natürlich für mich sehr gefährlich ist. Der Weg durch bewohntes Gebiet als ausgewachsenes Reh ruft nicht nur Jäger auf den Plan, man könnte mich wegen meiner ungewöhnlichen Zutraulichkeit auch für tollwütig halten. Aber ich bleibe meinem Retter treu, egal was kommt!

 Das Copyright dieser Kurzgeschichte ist bei Heidi Christina Jaax 


 

 

 

Mein Futter beziehe ich bei

 

FutterParadies.de

 

 

 

Finger weg!!!

 

 

Beginn: 09.02.2013      Schnubbel's Banner                                                                                                            

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